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2009 - Gru▀wort


Gru├čwort des Schirmherrn der Kronacher Klassik AKADEMIE 2009

Liebe Freunde der klassischen Musik,

zum sechsten Mal findet in diesem Jahr die Kronacher Klassik AKADEMIE statt, die jedes Jahr wieder junge Menschen aus verschiedenen Regionen zusammenf├╝hrt. Was sie untereinander und mit den Initiatoren dieser Akademie verbindet, ist die Liebe zur klassischen Musik, die sie miteinander teilen. Seien Sie alle, Musiker, Dozenten und G├Ąste, herzlich begr├╝├čt!

Die Kronacher Klassik AKADEMIE ging aus den Konzerten hervor, die das Frankenwald-Gymnasium Kronach, initiiert von Stephanie Simon und weiteren ehemaligen Sch├╝lern Burghard Fusseks, in Gedenken an ihren 1999 verstorbenen Musiklehrer veranstaltete. Sein Todestag j├Ąhrte sich in diesem Jahr zum zehnten Mal – erlauben Sie mir aus diesem Anlass einige pers├Ânliche Gedanken:

Auch zehn Jahre nach seinem Tod ist das Andenken an den gro├čen Musikp├Ądagogen in Kronach lebendig; und das nicht ÔÇ×nur“ im Rahmen der Kronacher Klassik AKADEMIE. Generationen von Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern hat Burghard Fussek nicht nur als Lehrer begleitet und ihnen den im Lehrplan des Gymnasiums vorgesehenen Musikunterricht erteilt – diejenigen, die bei ihm in Ausbildung waren, hat er nachhaltig gepr├Ągt und ihnen immer wieder auch sein Verst├Ąndnis von musikalischer Erziehung nahe gebracht. ÔÇ×Ich bin jedenfalls auch in Zukunft nicht bereit, mich gleichsam in eine die jugendlichen Besucher mit den verschiedensten Reizen stundenlang ├╝berflutende Diskothek zu begeben, um den jungen Menschen ┬╗dort abzuholen┬ź, wo er sich nach Meinung mancher Wissenschaftler musikalisch befindet, sondern auf ihn zuzugehen und ihm im Bereich meiner M├Âglichkeiten liegende Alternativen anzubieten“ schrieb Fussek in einem der letzten Jahresberichte aus Anlass des 50. Schulkonzertes unter seiner Leitung. Aus diesem kurzen Zitat k├Ânnen Sie bereits seinen p├Ądagogischen Ansatz erkennen, den er sein Leben lang verfolgte. Dass sein Wunsch, noch lange nach seiner Pensionierung mit vielen (auch ehemaligen) Sch├╝lern zusammenzuarbeiten nicht in Erf├╝llung gehen w├╝rde, konnte er damals noch nicht ahnen. Wie richtig er dennoch mit seiner Grundeinstellung lag, beweisen zahlreiche musikalische Aktivit├Ąten seiner Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler und nicht zuletzt der heutige Abend.

Seit Gr├╝ndung des Frankenwald-Gymnasiums war Burghard Fussek dort als Musiklehrer t├Ątig und so kreuzten sich auch unsere Wege erstmals in der Schule. Sein Engagement im Unterricht und vor allem auch ├╝ber den Fachunterricht hinaus war es wohl, das seine Sch├╝ler begeisterte und sie immer wieder zu H├Âchstleistungen anspornte. Nicht zuletzt die gro├če Zahl der Fussek-Sch├╝ler, die die Musik zu ihrem Beruf machten, zeugt von der Nachhaltigkeit und dem gro├čen Eindruck, den er bei ihnen hinterlassen hat. Dass er sich und seine Gesundheit dabei selten schonte, wussten nur die, die ihn gut kannten – anmerken lie├č er es sich nur sehr selten.

Doch nicht nur im Engagement seiner Sch├╝ler bleibt Burghard Fussek auch zehn Jahre nach seinem Tod noch lebendig. Nicht weniger als 40 eigene Kompositionen stammen aus seiner Feder und waren auch immer wieder Teil des Programms seiner Schulkonzerte. In seiner stets bescheidenen Art nahm er den Schlussapplaus des Publikums als Best├Ątigung der Leistung "seines" Orchesters – ob alle Anwesenden realisiert hatten, dass er der Komponist des eben geh├Ârten St├╝ckes war, spielte f├╝r ihn keine Rolle. Es wunderte ihn daher wohl auch nicht, dass nach seiner schweren Erkrankung einige seiner "derzeitigen Leistungstr├Ąger […] die Sache selbst in die Hand nahmen" (Zitat Fussek) und die Probenarbeit w├Ąhrend seiner Abwesenheit fortf├╝hrten, um das geplante Sommerkonzert stattfinden zu lassen. Er war wohl eher stolz darauf, dass er sich auf seine Musiker verlassen konnte.

In einem Brief an seinen Lehrer Enoch Freiherr zu Guttenberg schrieb Burghard Fussek: "Uns verbindet halt immer noch die im Grunde gleiche Liebe zur Musik und die ├ťberzeugung von ihrem Wert f├╝r den Menschen. Und daf├╝r nehmen wir Anstrengungen auf uns, die nicht von jedem nachvollziehbar sind. Bei uns hat sich's (…) jedenfalls insgesamt gelohnt. Freuen wir uns dar├╝ber!"
Diese Worte Fusseks m├Âchte ich Ihnen, liebe Konzertbesucher, gleichsam als Botschaft f├╝r die heutigen Konzerte ├╝bermitteln.

Freuen wir uns ├╝ber die Vielzahl der Musiker aus unterschiedlichen Altersgruppen und Gegenden! Freuen wir uns ├╝ber das Engagement aller Beteiligten vor und hinter den Kulissen, die die Arbeit im Geiste Burghard Fusseks fortf├╝hren!

Freuen wir uns an der Musik und lassen wir uns von ihr verzaubern! Das w├Ąre sicher Burghard Fusseks Wunsch f├╝r diesen Abend – nehmen Sie es auch als meinen Wunsch f├╝r Sie!

In diesem Sinne w├╝nsche ich Ihnen viel Freude beim Musizieren und an den Ergebnissen der Probenarbeit und gr├╝├če Sie recht herzlich!

Ihr
Axel Kober
Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein, D├╝sseldorf



Die Kronacher Klassik AKADEMIE ist eine Initiative von KRONACH Creativ
in Zusammenarbeit mit der Berufsfachschule f├╝r Musik Oberfranken,
der Sing- und Musikschule im Landkreis Kronach,
der Maximilian-von-Welsch-Schule Kronach
 und dem Frankenwald-Gymnasium

Tr├Ąger des Kultur-F├Ârderpreises des Landkreises Kronach
Mitglied im BDLO Bundesverband Deutscher Liebhaberorchester e. V.

Schirmherr Axel Kober, GMD der Deutschen Oper am Rhein

in memoriam Burghard Fussek (1942-1999)