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2006 - Pressestimmen

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Großes Sinfoniekonzert in der Stadtpfarrkirche
Kronacher Klassik AKADEMIE feiert Erfolge

Anspruchsvoll war das Programm, das Burkhart M. Schürmann für das Abschlusskonzert der Kronacher Klassik AKADEMIE 2006 am Tag der Deutschen Einheit zusammengestellt hatte. Gespannt warteten die etwa 400 Zuhörer in der, bis auf den letzten zusätzlich eingestellten Stuhl besetzten Stadtpfarrkirche auf das Ergebnis zweier Probenwochenenden. Fünf Komponisten, allesamt Vertreter des Barock und der Klassik, standen auf dem Programm. Für den Kirchenraum passend eröffnete ein Blechbläserensemble mit Marc-Antoine Charpentiers "Prelude aus dem Te Deum" das nachmittägliche Konzert. Je zwei Trompeten und Hörner und eine Posaune intonierten stilsicher und schwungvoll das als "Eurovisionsmelodie" bekannte Prelude und nahmen auch den Konzertbesucher mit auf die musikalische Reise, der sonst eher zur "leichten Kost" neigt.

Rainer Kober, Vorsitzender von Kronach Creativ und unermüdlicher Motor des "Arbeitskreises Klassik", der zusammen mit der Berufsfachschule für Musik, dem Frankenwald-Gymnasium, der Sing- und Musikschule im Landkreis und dem Kronacher Tonkünstlerverband die Realisierung der Idee "Klassik AKADEMIE" vorantreibt, begrüßte alle Besucher herzlich. Er sei, so Rainer Kober, stolz auf die Weiterentwicklung, die dieses junge musikalische Pflänzchen in den letzten drei Jahren gemacht habe und freue sich, dass inzwischen Musiker aus ganz Oberfranken diese Gelegenheit zur intensiven Probenarbeit nutzten. Mit einer "Sonata für Blechbläserensemble" eines anonymen Meisters bewiesen die Bläser unter der Leitung von Philipp Schäffner noch einmal ihr Können, bevor erstmals das Sinfonieorchester erklang.

Das "Brandenburgische Konzert Nr. 4 G-Dur" hatte der musikalische Leiter als Eröffnungsstück für das Orchester ausgesucht und alle drei Sätze aufs Programm gesetzt. Schwungvoll und mit hoher dynamischer Sicherheit intonierte das Orchester den ersten Satz, der von den Solisten sofort volle Konzentration erforderte. Silvia Müller (Weimar) und Dorothea Lieb (Marktredwitz-Kronach) hatten den Solopart der Blockflöte übernommen und wussten sich gegen das Orchester bestens zu behaupten. Burkhart M. Schürmann führte das Orchester mit seinem engagierten Dirigat sicher durch das gesamte Konzert und hatte mit Christiane Stömer-Rauh eine verlässliche Partnerin im Basso Continuo. Mit Svetlin Valtchanov (Leipzig) kehrte ein Solist aus dem Jahr 2004 nach Kronach zurück. Er bestritt den anspruchsvollen, im Schlusssatz virtuosen Solopart an der Violine bravourös und erntete zusammen mit den beiden anderen Solistinnen einen verdienten Schlussapplaus.

An Mozart führt 2006 einfach kein Weg vorbei – doch sicher nicht nur aus diesem Grund tauchte der große Vertreter der Wiener Klassik gleich zweimal im Programm auf. "Le Nozze di Figaro", Mozarts große Oper aus dem Jahr 1786 und daraus die Arie der Gräfin Almaviva aus dem dritten Akt hatte das Sinfonieorchester einstudiert. Stephanie Simon (Kronach-Würzburg) übernahm den Part der Gräfin, die im Rezitativ zunächst verhalten, in der Arie "Dove sono i bei momenti" dann aber mit voller Stimme auftritt. Ausdrucksvoll und mit großer Modulation in der Stimme bewies die Solistin, dass sie sich auch gegen ein Orchester zu behaupten weiß, was das Publikum mit großem Applaus belohnte.

Die "Sinfonia concertante Es-Dur" für Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Orchester, ebenfalls aus der Mozartschen Feder, bildete einen weiteren Höhepunkt des Konzertnachmittags. Mit viel Temperament stellten sich gleich zu Beginn des ersten Satzes die vier Solisten Livia Roschdi (Oboe – Bamberg-Köln), Sabine Greiner-Vetter (Klarinette – Lausitz), Isabella Pflaum (Waldhorn – Lichtenfels) und Thomas Lindner (Fagott – Coburg) vor. Volle Konzentration und höchste Ansprüche an das Zusammenspiel stellte der zweite, getragenere Satz – ein Anspruch, dem Orchester und Solisten jederzeit gerecht wurden. Leicht, fast tänzerisch begann der dritte, abschließende Satz, den die Musiker trotz zahlreicher Tempiwechsel meisterten. Zwar mag mancher, ob der Länge der Sinfonia, ein wenig unruhig geworden sein – das Bestreben des musikalischen Leiters, alle Werke ganz aufzuführen und damit auch den Solisten eine breite Bühne zu bieten, verdient volle Anerkennung.

Die "Sinfonie Nr.104 D-Dur" von Joseph Haydn vereinte alle bisherigen Solisten wieder mit dem Orchester und setzte einen glanzvollen Schlusspunkt unter das Konzert. Majestätisch begann der erste Satz und Burkhart M. Schürmann schaffte es noch einmal, aus seinem Sinfonieorchester alles herauszuholen. Mit den ersten drei Sätzen aus Haydns letzter Sinfonie bewiesen die 44 Musiker eindrucksvoll, welche Früchte nach den beiden Probenwochenenden zu ernten waren - Früchte, die auch den acht Dozenten der AKADEMIE zu verdanken sind. Tosender Schlussapplaus waren der verdiente Lohn für die vielen Stunden gemeinsamer Arbeit, die, dem Strahlen in den Augen der Ausführenden nach zu schließen, auch großen Spaß gemacht haben muss. Die Kronacher Klassik AKADEMIE ist auf dem besten Weg, ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens im Landkreis Kronach zu werden!


Matthias Simon



Die Kronacher Klassik AKADEMIE ist eine Initiative von KRONACH Creativ
in Zusammenarbeit mit der Berufsfachschule für Musik Oberfranken,
der Sing- und Musikschule im Landkreis Kronach,
der Maximilian-von-Welsch-Schule Kronach
 und dem Frankenwald-Gymnasium

Träger des Kultur-Förderpreises des Landkreises Kronach
Mitglied im BDLO Bundesverband Deutscher Liebhaberorchester e. V.

Schirmherr Axel Kober, GMD der Deutschen Oper am Rhein

in memoriam Burghard Fussek (1942-1999)